Nachhaltigkeit bedeutet Wertschätzung

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„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ (Aristoteles)

Den Begriff Nachhaltigkeit assozieren die meisten mit Wasser und Energie sparen, regionale Produkte einkaufen, Plastik­ve­rpackungen vermeiden oder Müll trennen. Auch wenn dies erstrebenswerte Vorhaben sind, umfasst der Gedanke, nachhaltig zu leben, noch so vieles mehr. Es geht vor allem darum, sich seines eigenen Denkens und Han­delns bewusst zu sein und die Auswirkungen auf sein unmittelbares Umfeld zu bedenken ­– nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Denn selbst die kleins­te Moment­aufnahme zieht eine lang anhaltende Wirkung nach sich. In der Physik spricht man vom kausalen Zu­sammen­hang zwischen Ursache und Wirkung, dem Entstehen endloser Ver­kettungen aufgrund eines einzigen Auslösers. Der Mathema­tiker Edward Lorenz fasste diese Aus­sage in seiner Chaos­theorie mit dem bekannten Satz „Wenn ein Schmetterling in Brasilien mit seinen Flügeln flattert, kann das einen Wirbelsturm in New York auslösen.” zusam­men. Ein Satz, der ziemlich gut versinnbildlicht, wie folgenschwer selbst ein kleiner Moment der Un­acht­sam­keit sein kann. Es geht also letztlich um Bewusst­machung, Acht­sam­keit und Wert­schätzung.

Nachhaltig leben für eine intakte Umwelt
Wir alle tragen eine große Verantwortung für die Welt, in der wir leben. Der Schutz der Umwelt ist für immer mehr Menschen von großer Bedeutung, und die Stimmen für eine grundlegende Verän­de­rung der Lebensweise werden immer lauter. Engagierte Umwelt­aktivisten versuchen weltweit, alte Strukturen zu durchbrechen und die Politik mit zahlreichen Aktionen zu zwingen, Klima­­probleme ernsthaft anzugehen, denn es sind bereits sehr viele Ressourcen verbraucht. Massive Umwelt­ver­schmutzungen bewirken, dass die Polkappen schmelzen, der Meeres­spiegel ansteigt, ganze Ökosysteme zerstört werden und viele Arten aussterben. Orte wie Venedig, Hamburg oder Amsterdam könnte es aufgrund des steigenden Meeresspiegels spätestens 2050 nicht mehr geben, wenn wir so weitermachen wie bisher. Wer diese Proble­me nicht ernst nimmt, ist selber eins. Oder wie der britische Schriftsteller und Philosoph Aldous Huxley sagte: ,,Fakten hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden”.

Nachhaltig leben für eine bessere Zukunft
Ein nachhaltiger Lebensstil wird also in Zukunft immer wichtiger sein, wenn wir unsere Ökosysteme erhalten und selbst überleben wollen. Denn es ist höchst fragwürdig, welche Überlebens­chancen unsere Spezies bei extremen Klima­­veränderungen, verschmutztem Wasser und übersäuerten Böden hat. Unser Lebens­stil entscheidet darüber, ob auch die zukünftigen Generationen auf diesem Planeten überleben werden. Die UNESCO möchte bis 2030 17 Nach­haltig­keitsziele global umsetzen. Es sollen Armut und Hunger beendet, Ungleichheiten bekämpft und ein gesundes Leben für alle Menschen auf diesem Planeten gesichert werden. Doch um dies zu erreichen, müssen wir alle komplett umdenken, unsere persönlichen Komfortzonen verlassen und unsere Kinder für eine nachhaltige Lebensweise sensibilisieren.

Nachhaltig leben für gute Beziehungen
Die Voraussetzungen für ein gutes Leben, von dem alle profitieren können, ist eine nachhaltig gestaltete Lebens­weise. Doch so wie wir leben, entscheiden unsere persönlichen Ansichten und welche Werte wir vertreten oder an­streben. Was bedeutet das genau? Beginnen wir mit dem sozialen Aspekt von Nachhaltig­keit. Denn so, wie ich mit meinem unmittelbaren Umfeld umgehe, so achtsam bin ich auch in all meinen Handlungen. Nach­haltig­keit heißt, seine Mimenschen zu respektieren und zu wertschätzen ­– auch wenn die Meinungen auseinander gehen. Nach­haltigkeit heißt, seine Versprechen zu halten. Nach­haltigkeit setzt Ehrlich­keit voraus, vor allem mit sich selbst. Erst dann entstehen lange und feste Bindungen, die im besten Fall ein Leben halten. Der soziale Aspekt wird oft vergessen, obwohl er der Grund­stein für alle Beziehun­gen ist, die wir eingehen. Frustratio­nen entstehen oft, wenn andere nicht unsere Er­wartungen erfüllen. Sind wir jedoch ehrlich zu uns, erkennen wir, dass unsere Er­wartungen vielleicht unrealistisch oder nur eine Projektion unser eigenen Ver­fehlungen sind. Wer sensibel mit seinem sozialen Umfeld umgeht, wird mit großer Wahr­scheinlichkeit auch Ver­ant­wortung für alle anderen Taten übernehmen.

Nachhaltig leben im Alltag
,,Eine saubere Umwelt ist ein Menschenrecht”, wusste bereits der Dalai Lama. Die internationale Stiftung und Non-Profit-Organi­sation Greenpeace engagiert sich seit den 70ern weltweit für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und den Frieden. Mehr als drei Millionen Menschen unterstützen Greenpeace heute weltweit und helfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch schon mit kleinen Umstellungen im Alltag können wir effektiv etwas Gutes für unsere Umwelt tun: Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen statt Auto zu fahren, Energie und Wasser sparen, auf regionale und saisonale Produkte setzen, lieber öfter einkaufen gehen anstatt abgelaufene Lebens­mittel wegzuwerfen, Plastik­verpackun­gen vermeiden, Müll richtig trennen, auf fairen Handel und artgerechte Tierhaltung beim Einkauf achten. Besser noch weniger, dafür qualitativ hochwertiges Fleisch essen, um der weltweiten Tierquälerei endlich ein Ende zu bereiten. Immer mehr Menschen machen sich Ge­danken über die ökologischen und sozialen Konse­quenzen ihrer Kaufentscheidungen. Beim bewussten Konsum gilt der Grund­satz ,,Weniger ist mehr”. Brauche ich diese Neu­anschaffung wirk­lich oder kann ich das nutzen, was ich bereits habe? Kann ich etwas reparieren anstatt es wegzuwerfen oder kann ich es durch etwas anderes ersetzen? Kann ich etwas ausleihen, tauschen, gebraucht kaufen oder sogar selbst herstellen? Erst am Ende dieser Gedankenkette sollte eine Kauf­ent­schei­dung stehen, wenn man nachhaltig leben möchte.

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Nachhaltig leben macht glücklich
Dänemark ist laut Climate Change Performance Index 2022 das Land, das die höchsten Leistungen für den Klimaschutz bringt, dicht gefolgt von Schweden. Die Skandinavier sind auch die Völker, die am glücklichsten leben. Dass hier ein Zusammenhang besteht, liegt nah. Denn Glück heißt, sich von materiellen Dingen zu entkoppeln und den Fokus auf sinnstiftende Handlungen zu legen. Das kann ein gemeinsames Essen mit Freunden sein, um das Ge­mein­schafts­gefühl zu stärken oder ein Hobby, das die Selbst­entfaltung fördert. Glück heißt auch, zu lieben, was man tut. Gutes zu tun, um anderen zu helfen, kann ebenso ein wesentlicher An­trieb für das Glück sein. Der Weg der Nachhaltigkeit ist also gleichzeitig unser Weg ins Glück. Wertschätzen und pflegen wir also, was wir haben und schärfen unser Bewusstsein für unsere künftigen Handlungen. Bleiben wir positiv in unseren Absichten und sind sparsam statt verschwenderisch, aufmerksam statt unacht­sam, rücksichtsvoll statt eigennützig. Machen wir die Welt Tag für Tag ein bisschen besser ­– uns selbst zuliebe!

Redaktion: Sabine Dittrich

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