Premieren auf Dresdner Bühnen

© Klaus Gigga
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Die Kunst- und Kulturangebote in Dresden und unserer Region sind vielfältig. Interessante Aufführungen versprechen unvergessliche Stunden. Wir geben Ihnen Emp­fehlungen.

Vielschichtige Frauenpersönlichkeiten

TURANDOT
Es ist ein von der unnahbaren Prinzessin Turandot initiiertes Spiel auf Leben und Tod: Jeder Bewerber um ihre Hand muss drei Rätsel lösen. Scheitert er daran, wird er hingerichtet. Und kein Prinz vermochte bisher, sie zu gewinnen. Doch der im Reiche Turandots unbekannte Prinz Calaf will es um jeden Preis wagen. Als er die Rätsel löst und seinen »Preis« einfordert, trifft er auf eine verängstigte Frau, die sich dem Fremden verweigert – und nun wird die Prinzessin zur Gequälten, denn sie muss den Namen des Prinzen herausfinden, um ihre Frei­heit zu behalten. Giacomo Puccinis (1858-1924) letzte Oper blieb unvollendet und wurde 1926 als Fragment uraufgeführt; ein vielschichtiges Klangkunstwerk von großer emotionaler Wucht, musikalischer Farbenpracht und in ihrem der chinesischen Melodik entlehnten Musikkolorit einzigartig. Die französische Regis­seurin Marie-Eve Signeyrole gibt mit der Inszenierung dieses Opernthrillers ihr Debüt in der Semperoper. Sie verlegt die Handlung in eine dystopische Zukunft.

Giacomo Puccini „Turandot”
Dramma lirico in drei Akten, Text von Giuseppe Adami
und Renato Simoni, komplettiert von Franco Alfano,
nach dem Schauspiel von Carlo Gozzi

© Jochen Quast

POWDER HER FACE
Die Kammeroper »Powder Her Face« ist seit ihrer Uraufführung 1995 international eine der meistaufgeführten britischen Opern. Thomas Adès (1971) traf mit diesem frühen kompositorischen Wurf offensichtlich einen Nerv: In sieben Bildern wird rückschauend und geschickt zwischen Imagination und Erinnerung changierend, das lustvolle wie skandalträchtige Leben der Upperclass-Lady Margaret Campbell, Duchess of Argyll (1912–1993) geschildert. Musikalisch ist das Werk für 15 Instrumente und vier Solistinnen, die teilweise virtuos ihre zahlreichen Rollen wechseln, eine Hommage an die populären Musikstile ihrer Zeit von Swing bis Tango aber auch an Kurt Weill, Alban Berg und Igor Strawinsky.

Thomas Adès „Powder Her Face”
Oper in zwei AktenLibretto von Philip Hensher
Ort: Semper Zwei

Semperoper Dresden
Theaterplatz 2, 01067 Dresden
Spielplan und Tickets unter www.semperoper.de

Premieren am Staatsschauspiel

Der Sandmann
Student Nathanael ist bestürzt, als er in einem Händler jenen Mann wiederzuerkennen meint, der in seiner Kindheit als Augen raubender „Sandmann“ traumatische Spuren hinterlassen hat und den er für den Tod seines Vaters verantwortlich macht: Advokat Coppelius. Es dauert seine Zeit und führt überdies zu einigem Streit, ehe Freund Lothar und Verlobte Clara ihm in bester aufklärerischer Manier seine vermeintlichen Verwirrungen ausreden können: „Sei heiter!“ Doch gerade als Nathanael zum Studium in die Stadt G. zurückkehrt, steht der fast vergessene, mysteriöse Händler erneut vor der Tür. Nathanael überwindet seine Furcht, kauft ein kleines Perspektiv von ihm und beginnt, die rätselhaft genügsame Tochter seines Professors, Olimpia, durchs Fenster des gegenüberliegenden Hauses damit zu beobachten. Die Gewissheiten des bürgerlichen Lebens verfliegen da­raufhin so schnell, wie die rätselhaften und schauerlichen Ereignisse ihren Lauf nehmen – vom Tanz mit einem Auto­maten bis hin zum Kampf auf Leben und Tod in schwindelerregender Höhe.

Der Sandmann nach E.T.A. Hoffmann / © Sebastian Hoppe

Regisseur Sebastian Klink inszeniert mit DER SANDMANN von E. T. A. Hoffmann nach 9 TAGE WACH und EIN MANN WILL NACH OBEN am Staatsschauspiel Dresden einen der bekanntesten und geheimnisvollsten Texte der Romantik, der uns ständig zwingt, die Perspektive zu wechseln. Wie die Novelle spielt auch der Theaterabend mit der Komplexität menschlicher Wahrnehmung und Psyche, mit den Unschärfen zwischen Liebe und Selbstliebe sowie zwischen Wahnsinn und Klarheit.

Der Sandmann nach E.T.A. Hoffmann
Kleines Haus 1, Glacisstraße 28, 01099 Dresden

Die Dreigroschenoper
„Ja, mach nur einen Plan“, singt Peachum im LIED VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN STREBENS, denn auch sein Plan geht nicht einfach auf. Ihm kommt mit Macheath ein Mann in die Quere, der noch radikaler im Ver­folgen seiner Ziele zu sein scheint und der ihm auch noch die eigene Tochter Polly wegschnappt, indem er sie kurzerhand heiratet. Auch nach fast hundert Jahren, die seit der Urauf­führung der DREIGROSCHENOPER 1928 vergangen sind, zünden die Pointen und Lieder von Brecht und Weill. Beide hatten die englische BETTLEROPER von John Gay aus dem Jahr 1728 in ein Stück über das Leben im modernen Kapitalismus verwandelt und damit einen Welthit gelandet. In der Bearbeitung des Staatsschauspiels Dresden spielt die Handlung mit Ver­weisen auf die Gegenwart im heutigen Deutschland. Macheath träumt von Machtübernahme und Umsturz durch Selbst­ermächtigung, während sein Opponent, nicht weniger brutal und machtbesessen, auf legale Mittel setzt, um zur Herrschaft zu gelangen.

Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) / © Sebastian Hoppe

Die Dreigroschenoper
von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik)
in einer Bearbeitung des Staatsschauspiels Dresden
Im Schauspielhaus
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Informationen, Spielplan und Tickets:
www.staatsschauspiel-dresden.de

Groteskes Gruselvergnügen voller Ge­sell­schaftskritik und eine Filmmusik-Gala mit Gayle Tufts an der Staatsoperette Dresden

Sweeney Todd
In Stephen Sondheims musikalischen Thriller vom Broadway, „Sweeney Todd”, kehrt der einstige Barbier Benjamin Barker nach 15 Jahren im Exil gebrochen nach London zurück. Hier erfährt er, dass Richter Turpin ihn unrechtmäßig verurteilte, um sich seiner Frau Lucy zu bemächtigen. Mittlerweile gilt Lucy als tot und die gemeinsame Tochter ist in der Obhut des Richters, der sich vom Ziehvater zum Ehemann mausern will. Barker fasst einen mörderischen Plan: Als Sweeney Todd beginnt er mit seinem Rasiermesser einen Rachefeldzug gegen das menschliche Übel. Eine Komplizin findet Sweeney in der Pastetenbäckerin Mrs. Lovett, die mit seinen Opfern ihr marodes Unternehmen wieder in Schwung bringt. Denn: Die Kasse klingelt, wenn sich der Fleischwolf dreht. Vor allem einen Kunden erwartet das Paar sehnsüchtig: Richter Turpin …

Sweeney Todd / © Foto: Esra Rotthoff

Mit zahlreichen Tony Awards ausgezeichnet, spielt Sond­heims „schwarze Operette“ mit opulenter Operndramatik und Horror-Effekten à la Psycho. Regisseur Martin G. Berger führt seine Figuren an die Abgründe einer kapitalistischen Welt­ordnung, in der sie sich ihren Platz zwischen der vergoldeten Dekadenz der Elite und dem Dreck des Prekariats immer neu erkämpfen müssen.

HOORAY FOR HOLLYWOOD
Willkommen in Hollywood – Traumfabrik und Sehnsuchtsort! Vor knapp 100 Jahren eroberte der Tonfilm die Kinos und wurde zur Schmiede für legendäre Melodien und unvergessliche Soundtracks. Dirigent Peter Christian Feigel widmet sich zusammen mit dem Orchester der Staatsoperette den Meistern der Filmmusik und lässt Evergreens von amerikanischen Songwritern ebenso erklingen wie dramatische Blockbuster-Titel. Als Star-Moderatorin steht ihm die deutsch-amerikanische Entertainerin und Sängerin Gayle Tufts zur Seite, die ihre Lieblingsnummern aus klassischen Filmmusicals präsentieren und für erstklassige Unterhaltung sorgen wird.

Hooray for Hollywood / © Foto: Stephan Floß

Die Reise quer durch die Kinogeschichte führt uns von den un­endlichen Weiten des Alls, wo Sie in den preisgekrönten Kom­positionen von John Williams E.T. begegnen, zu den Dinosauriern aus Jurassic Park und ins Fantasiereich Oz mit „Somewhere Over the Rainbow“. Träumen Sie sich auf den „Moon River“ aus Frühstück bei Tiffany und lassen Sie sich von Harry Potter verzaubern. Bei den berührenden Klängen aus Schindlers Liste sind große Emotionen garantiert.

Spielplan und Karten unter www.staatsoperette.de

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