Top Ranking: Die spektakulärsten Fjorde Norwegens

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Mystische Meeresarme

Das Top-Ranking unserer Herbstausgabe versammelt die für uns beeindruckendsten Fjorde Norwegens. Unser Foto zeigt die Trolltunga – die legendäre Trollzunge – als einen der eindrucksvollsten Felsvorsprünge Norwegens. Auf 1.180 Metern Höhe schwebt sie kühn 700 Meter über dem Ringedalsvatnet und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die raue Schönheit der Hardangervidda. Die Wanderung ab Skjeggedal verlangt Ausdauer, belohnt jedoch mit einem unvergesslichen Naturerlebnis.

Hardanger Fjord

Wer am Hardangerfjord steht, spürt Norwegen in seiner reinsten Form. Das Licht tanzt auf dem Wasser, mächtige Berge rahmen den Fjord ein und die Luft ist erfüllt vom Duft blühender Obstbäume – ein Naturparadies, das alle Sinne berührt. Mit rund 190 Kilometern Länge und bis zu 893 Metern Tiefe zählt der Hardangerfjord zu den imposantesten Wasserlandschaften Europas. Von der Atlantikküste schlängelt er sich ins Landesinnere, vorbei an Inseln wie Stord und Bømlo, bis er sich in kleinere Fjordarme verzweigt. Die Region Hardanger vereint lebendige Dörfer und steile Ufer zu einem einzigartigen Landschaftsbild. Im Frühling verwandeln Tausende Obstbäume die Ufer in ein Blütenmeer, Wanderwege wie die Trolltunga bieten spektakuläre Ausblicke. Die Wasserfälle Vøringsfossen und Steinsdalsfossen beeindrucken mit ihrer Kraft – letzterer erlaubt sogar einen Spaziergang hinter dem Wasserschleier. Der Folgefonna-Gletscher und die umliegenden Nationalparks setzen weitere Höhepunkte. Doch Hardanger ist mehr als nur Natur: Mit dem „Salmon Eye“ – einer schwimmenden Kunstinstallation nahe Rosendal – setzt die Region ein Zeichen für nachhaltige Zukunft.

Blick auf den Hardangerfjord / Foto: © aquatarkus – stock.adobe.com
Lysefjord

Wie ein filigranes Band windet sich die Serpentinenstraße von Lysebotn empor, umgeben von üppigem Grün und majestätischen Felswänden, die den Lysefjord säumen. Der „helle Fjord“, dessen Name auf die blanken, steil abfallenden Granitwände zurückgeht, erstreckt sich über 40 Kilometer und erreicht Tiefen von bis zu 500 Metern. Am Ende dieses imposanten Gewässers liegt Lysebotn, eine kleine Siedlung, deren Häuser sich an die Ufer schmiegen und deren Café sowie Campingplatz im Sommer zum Verweilen einladen. Die Straße, ein Meisterwerk norwegischer Ingenieurskunst, schlängelt sich in 27 Haarnadelkurven von Meereshöhe auf 600 Meter hinauf und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf das Wasser und die dramatische Landschaft. Hoch über dem Fjord thront die Felswand Kjerag, deren 1.084 Meter Höhe nicht nur Wanderer, sondern auch wagemutige Base-Jumper anzieht. Von Øygardsstølen, dem „Adlernest“, genießt man einen Panoramablick, der die raue Schönheit Norwegens eindrucksvoll widerspiegelt.

Blick auf den Lysefjord / Foto: © Fokke Baarssen – stock.adobe.com
Geirangerfjord

Der Geirangerfjord, eingebettet in die dramatische Landschaft Norwegens, gilt als Paradebeispiel für die Kraft der Natur. Seit 2005 zählt er zum UNESCO-Weltnaturerbe – ein Prädikat, das seine außergewöhnliche Vielfalt und die nahezu unberührte Schönheit würdigt. Entstanden vor Millionen Jahren durch das Zusammenspiel von Flüssen und Gletschern, prägen heute steile Felswände, fruchtbare Hochalmen und seltene Ökosysteme das Bild. Die Flora und Fauna profitieren vom milden Klima und bieten Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten. Historische Bauern­höfe wie Skageflå und Blomberg zeugen von der Anpassungsfähigkeit des Menschen an diese raue Umgebung; ihre Restau­rierung bewahrt das kulturelle Erbe. Der Fjord ist nicht nur ein naturhistorisches Laboratorium, sondern auch ein Magnet für Reisende: Wasserfälle, Wanderwege und spektakuläre Aussichten locken jährlich Besucher aus aller Welt. Die Symbiose von Meer und Hochgebirge macht den Geirangerfjord zu einem einzigartigen Juwel im Westen Norwegens.

Blick auf den Geirangerfjord / Foto: © Sergey Bogomyako – stock.adobe.com
Atlantic Ocean Road

Die Atlantikstraße in Norwegen – ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und von der Bevölkerung zum „Bauwerk des Jahrhunderts“ gekürt – schlängelt sich auf 8.274 Metern durch eine atemberaubende Küstenlandschaft. Acht Brücken verbinden Inseln, Holmen und Schären, während die Straße sich spektakulär im Gestein verankert. Zwischen Bud und Kristiansund erleben Autofahrer eine der schönsten Fahrten der Welt: Mal glitzert die Sonne auf ruhiger See, mal peitscht der Sturm die Wellen gegen die Brücken. Die Strecke, ursprünglich für eine Eisenbahn geplant, wurde 1989 eröffnet und ersetzte die alte Fährverbindung. Heute zählt sie zu den Norwegischen Landschaftsrouten und ist ein Magnet für Touristen, Angler und Filmteams – sogar James Bond jagte hier in „No Time to Die” über die Brücken. Die ge­waltigen Strömungen bei Tidenwechsel machen die Aussichtsplattformen zu sicheren, aber spektakulären Orten.

Die Atlantikstraße in Norwegen / Foto: © SmallWorldProduction – stock.adobe.com
Reinefjord – Lofoten

Am Ende des Reinefjords, eingerahmt von steilen Granitbergen wie dem berühmten Reinebringen, liegt das alte Fischerdorf Reine – ein echtes Juwel der Lofoten. Die traditionellen roten und gelben Fischerhütten, die sogenannten Rorbuer, schmiegen sich malerisch an das Ufer und verleihen dem Ort einen unverwechselbaren Charme. Das türkisfarbene Wasser des Fjords lädt zu geführten Kajaktouren ein. Von Reine aus starten Boote tiefer in den Fjord nach Vindstad, wo eine leichte Wanderung zum einsamen, weißen Sandstrand Bunes Beach führt. Im Dorf selbst locken kleine Gassen, eine historische Holzkirche und das gemütliche Restaurant Gammelbua, das regionale Spezialitäten serviert. Reine ist nicht nur das wirtschaftliche Zentrum des Fjords, sondern auch ein Ort, der die Seele berührt.

Am Ende des majestätischen Reinefjords liegt das alte Fischerdorf Reine. / Foto: © Stefano Zaccaria – stock.adobe.com
Sognefjord

Der majestätische Sognefjord in Norwegen ist ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht: Mit 205 Kilometern Länge und bis zu 1303 Metern Tiefe ist er nicht nur der längste und tiefste Fjord Europas, sondern auch ein Paradies für Entdecker. Von Solund im Westen bis Skjolden am Fuße der Nationalparks Jotunheimen und Jostedalsbreen schlängelt sich der Fjord durch eine Landschaft, die von hohen Bergen, dunklen Felswänden und üppigen Wäldern geprägt ist. Zahlreiche Seitenarme wie der UNESCO-geschützte Nærøyfjord oder der Lustrafjord laden zu malerischen Wanderungen und Bahnfahrten ein. Das Klima ist dank des Golfstroms überraschend mild – Obstbau am Nordufer ist keine Seltenheit. Historische Stabkirchen, charmante Fjordorte und die innovative Elektrofähre „Ampere“ machen die Region zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer den Sognefjord besucht, taucht ein in die faszinierende Welt norwegischer Natur und Kultur.

Der majestätische Sognefjord in Norwegen / Foto: © Aide – stock.adobe.com

Redaktion: Jörg Fehlisch

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