Tanz und Erinnerung

HELLERAU verbindet im Herbst mit „Floor on Fire” und „Fragments of Life and Art” künstlerische Vielfalt, jüdische Kultur und bewegende Körpergeschichten.
Das Europäische Zentrum der Künste HELLERAU öffnet seine Türen für zwei außergewöhnliche Veranstaltungen, die den Herbst 2026 mit künstlerischer Energie und kultureller Tiefe bereichern. Hier treffen Tanz und Geschichte, Individualität und Gemeinschaft, Tradition und Innovation aufeinander – und laden das Publikum ein, sich auf eine inspirierende Reise durch Bewegung und Erinnerung zu begeben.

Floor on Fire: Tanz als Wettkampf und Begegnung
Wenn Ballett auf Breakdance trifft, Streetstyle auf Contemporary und Hip-Hop auf Spitzentanz, entsteht auf der Bühne von HELLERAU ein Feuerwerk der Bewegungen. Das Format „Floor on Fire“, entwickelt von The Saxonz in Kooperation mit HELLERAU, lebt von der unbändigen Kreativität und Virtuosität seiner Tänzerinnen. Was zunächst als Wettstreit der Stile beginnt, verwandelt sich im Laufe des Abends in ein gemeinsames Experiment, bei dem die Grenzen zwischen den Tanzwelten verschwimmen. Besonders spannend wird es, wenn ein Team taiwanischer Tänzerinnen im Rahmen der Reihe „Taiwan Moves“ auf lokale und internationale Künstlerinnen trifft – ein Moment, in dem Spontaneität und Teamgeist neue Ausdrucksformen entstehen lassen. Ohne festgelegte Choreografie, dafür mit umso mehr Enthusiasmus, präsentieren die Darstellerinnen die Vielfalt ihrer Kunst und laden das Publikum ein, Teil dieses lebendigen Dialogs zu werden.
„Floor on Fire”
Fr. 23.10. und Sa. 24.10.2026

Fragments of Life and Art: Jüdische Kultur im Fokus
Im Rahmen von „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ widmet sich HELLERAU mit der Programmreihe „Fragments of Life and Art“ den vielschichtigen Facetten jüdischer Erfahrung und künstlerischer Praxis. Historische und zeitgenössische Verbindungslinien werden sichtbar gemacht und eröffnen neue Perspektiven auf das jüdische Leben in Kunst und Kultur. Im Mittelpunkt steht das Werk der israelischen Künstlerin Noa Eshkol, deren einzigartiges Notationssystem und choreografisches Erbe erstmals in Dresden präsentiert werden. Die Ausstellung zeigt neben Eshkols berühmten Wandteppichen auch Zeichnungen, Fotografien und Videos, die ihre künstlerische Vielseitigkeit dokumentieren. Ergänzt wird das Programm durch Arbeiten von Omer Krieger, Noé Soulier, dem Dance On Ensemble und Katja Erfurth, die sich auf unterschiedliche Weise mit Eshkols Schaffen auseinandersetzen. Mit ihrer Soloarbeit „SHELLING“ eröffnet Yasmeen Godder einen intimen Blick auf den Körper als lebendiges Archiv. Die Choreografin, deren künstlerischer Weg von Jerusalem über New York bis nach Jaffa führt, erforscht in diesem Stück die Fragilität und Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers. Die Rauminstallation „Jüdische Ossis IV“ des Instituts für Neue Soziale Plastik lenkt den Blick auf die jüngere Vergangenheit und thematisiert Freiräume im Privaten unter autoritären Regimen – Orte, die für viele Jüd*innen zu Räumen der Identitätssuche wurden. So entsteht ein vielschichtiger Dialog zwischen Geschichte, Gegenwart und künstlerischer Reflexion.
„Fragments of Life and Art”
Jüdisches Leben in Kunst und Kultur
17.09. bis 31.10.2026
Weitere Informationen unter www.hellerau.org
Redaktion: Jörg Fehlisch

