Tanz und Erinnerung

Floor on Fire / © Stephan Floss
HELLERAU verbindet im Herbst mit „Floor on Fire” und „Fragments of Life and Art” künstlerische Vielfalt, jüdische Kultur und bewegende Körpergeschichten.

Das Europäische Zentrum der Künste HELLERAU öffnet seine Türen für zwei außergewöhnliche Veranstaltungen, die den Herbst 2026 mit künstlerischer Energie und kultureller Tiefe bereichern. Hier treffen Tanz und Geschichte, Indi­vi­dualität und Gemeinschaft, Tradition und Innovation aufeinander – und laden das Publikum ein, sich auf eine inspirierende Reise durch Bewegung und Erinnerung zu begeben.

Tanzfest „Tanz in den Mai“ Festspielhaus Hellerau
Blick auf das Festspielhaus Hellerau / Foto: © Anja Schneider
Floor on Fire: Tanz als Wettkampf und Begegnung

Wenn Ballett auf Breakdance trifft, Streetstyle auf Con­tem­porary und Hip-Hop auf Spitzentanz, entsteht auf der Bühne von HELLERAU ein Feuerwerk der Bewegungen. Das Format „Floor on Fire“, entwickelt von The Saxonz in Kooperation mit HELLERAU, lebt von der unbändigen Kreativität und Vir­tuosi­tät seiner Tänzerinnen. Was zunächst als Wettstreit der Stile beginnt, verwandelt sich im Laufe des Abends in ein gemeinsames Experiment, bei dem die Grenzen zwischen den Tanz­welten verschwimmen. Besonders spannend wird es, wenn ein Team taiwanischer Tänzerinnen im Rahmen der Reihe „Taiwan Moves“ auf lokale und internationale Künstlerinnen trifft – ein Moment, in dem Spontaneität und Teamgeist neue Aus­drucks­formen entstehen lassen. Ohne festgelegte Choreografie, dafür mit umso mehr Enthusiasmus, präsentieren die Dar­stel­lerin­nen die Vielfalt ihrer Kunst und laden das Publikum ein, Teil dieses lebendigen Dialogs zu werden.
„Floor on Fire”
Fr. 23.10. und Sa. 24.10.2026

Fragments of Life and Art: Fr. 30.10., 18 Uhr: Yasmeen Godder, „SHELLING” – Tanz / Foto: © Michael Maurissens
Fragments of Life and Art: Jüdische Kultur im Fokus

Im Rahmen von „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ widmet sich HELLERAU mit der Programmreihe „Frag­ments of Life and Art“ den vielschichtigen Facetten jüdischer Erfahrung und künstlerischer Praxis. Historische und zeitgenössische Verbindungslinien werden sichtbar gemacht und eröffnen neue Perspektiven auf das jüdische Leben in Kunst und Kultur. Im Mittelpunkt steht das Werk der israelischen Künstlerin Noa Eshkol, deren einzigartiges No­ta­tionssystem und choreografisches Erbe erstmals in Dresden präsentiert werden. Die Ausstellung zeigt neben Eshkols be­rühmten Wandteppichen auch Zeichnungen, Fotografien und Videos, die ihre künstlerische Vielseitigkeit dokumentieren. Ergänzt wird das Programm durch Arbeiten von Omer Krieger, Noé Soulier, dem Dance On Ensemble und Katja Erfurth, die sich auf unterschiedliche Weise mit Eshkols Schaffen auseinandersetzen. Mit ihrer Soloarbeit „SHELLING“ eröffnet Yasmeen Godder einen intimen Blick auf den Körper als lebendiges Ar­chiv. Die Choreografin, deren künstlerischer Weg von Jeru­sa­lem über New York bis nach Jaffa führt, erforscht in diesem Stück die Fragilität und Widerstands­fähigkeit des menschlichen Körpers. Die Rauminstallation „Jüdische Ossis IV“ des Instituts für Neue Soziale Plastik lenkt den Blick auf die jüngere Vergangenheit und thematisiert Freiräume im Privaten unter autoritären Regimen – Orte, die für viele Jüd*innen zu Räumen der Identitätssuche wurden. So entsteht ein vielschichtiger Dialog zwischen Geschichte, Gegenwart und künstlerischer Reflexion.
„Fragments of Life and Art”
Jüdisches Leben in Kunst und Kultur
17.09. bis 31.10.2026

Weitere Informationen unter www.hellerau.org

Redaktion: Jörg Fehlisch

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