Ein Quartal für die Kunst

Ausstellungsansicht mit Werken von Andreas Hildebrandt / Foto: André Wagner
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Unter den vielen Orten, an denen in Dresden Kunstgenuss möglich ist, ragt die Städtische Galerie noch heraus. Hier gelingt es, den Be­su­chern ein besonders nahbares Verhältnis zu den Werken zu ermöglichen. Die Galerie will die Men­schen in ein Zwiegespräch mit der Kunst bringen, dieses Gespräch anregen und begleiten. Die Ma­cher hoffen inständig, schon bald wieder Be­sucher begrüßen zu können, denn die geplanten Ausstellungen könnten spannender nicht sein.

Direkt nach der hoffentlich bald eintretenden Wiedereröffnung sollte man sich die Sonderausstellung „Figuren“ mit Zeich­nungen von Constanze Deutsch und Skulpturen von Klaus-Michael Stephan ansehen, deren Laufzeit ins neue Jahr verlängert wurde, um den Verlust an öffentlicher Wirkung durch die Schließung im November und Dezember auszugleichen. Of­fi­ziell wird das neue Jahr aber mit einer ganz besonderen Schau begrüßt. Am 3. Februar feiert die Sparkasse in Dresden ihren 200. Gründungstag. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Frei­staat Sachsen fördert zusammen mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden seit Jahrzehnten Kunst und Kultur, unter anderem durch den Ankauf von Kunstwerken und die För­derung junger Künstler. Beide Institutionen haben ein bedeutendes Konvolut von Kunstwerken als Leihgabe an die Städti­sche Galerie Dresden übergeben. Arbeiten von Künstlern wie Carl­friedrich Claus, Gerhard Altenbourg, Hermann Glöckner und Wilhelm Müller befinden sich darunter. Die Galerie präsentiert anlässlich des Jubiläums diese Neuzugänge zusammen mit Leih­gaben aus der Sammlung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Destillierte Grundformen

Im März eröffnet eine weitere Sonderausstellung, für die der Maler Andreas Hildebrandt als Kurator gewonnen wurde. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich damit, Grundformen aus seinen intuitiv gefundenen Gemäldekompositionen zu destillieren. Diese Auseinandersetzung ging einher mit Überlegungen über Grundlagen, Prämissen und Verwandtschaften in seiner künstlerischen Arbeit. In der Ausstellung wird Andreas Hilde­brandt kulturelle Innovationen im weitesten Sinne sowie Ar­bei­ten von Künstlern und Künstlerinnen aus seinem Umfeld vorstellen, zu denen für ihn Anknüpfungspunkte denkbar und möglich wären. Die Ausstellung soll das Netz von Quellen und formalen Interessen des Künstlers, seine Wahrnehmungen und deren Verknüpfungen auf dem Weg zur eigenen bildnerischen Arbeit als Modell für kreatives Denken und Schaffen erfahrbar machen.

Vorstufe Prototyp

Wie gelangen Künstler jenseits direkter Gegenstandsbezüge zu ihren Bildfindungen? Die Schau „Prototypen“ soll dafür mögliche Antworten finden, die den Besucher anregen, selbst anhand von auratischen Objekten mit spannender Geschichte und eigenwilligen formalen Erscheinungsbildern auf Gedanken­rei­se zu gehen. Es geht um das Ergründen von Entstehungs­pro­zessen, um den „Prototyp“ als Vorstufe und Rohmaterial sowie um die Untersuchung von Materialien und Gestaltungen auf deren kulturelle Vision. Anhand von Werken aktueller Kunst sowie Kulturgutobjekten im weitesten Sinne (vom Faustkeil bis zum Messinstrument) werden Fragen wie die nach materialgerechter Gestaltung, nach ästhetischen Traditionslinien und nach der „Wahrheit des Materials“ gestellt. Gezeigt werden etwa 50 Gemälde, Skulpturen, Installationen und Objekte.

Figuren. Constanze Deutsch – Zeichnungen und Skulp­turen – Klaus-Michael Stephan, verlängert bis 21. Februar 2021
Von der Kunst, Kunst zu fördern, 4. Februar bis 16. Mai 2021
Andreas Hildebrandt. Prototypen/Muster und Vision, 20. März bis 1. August 2021
www.galerie-dresden.de

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