Finanzspritze für die Sprinter im Zoo
Die Geparden-Brüder Sjef und Job können sich über eine Patenschaft der Volksbank Dresden-Bautzen eG freuen. Das Kreditinstitut unterstützt die Tiere in den nächsten fünf Jahren mit 6000 Euro. Zur offiziellen Scheckübergabe zeigten sich die Raubkatzen von ihrer besten Seite.
Majestätisch und elegant liegen die beiden Geparde in ihrem Gehege auf einem Stein und beobachten die Menschentraube, die sich vor dem Zaun versammelt hat. Zahlreiche Journalisten und Fotografen wollen an diesem sonnigen Oktobertag dabei sein, wenn die Volksbank Dresden-Bautzen eG offiziell die Patenschaft für Gepard Sjef übernimmt. Sjef kam im August 2018 zusammen mit seinem Bruder Job aus dem Zoo im niederländischen Arnheim nach Dresden. Seitdem bewohnen die beiden Raubkatzen hier gemeinsam ihr Revier in unmittelbarer Nachbarschaft zu Watussirind und Banteng. Unterscheiden kann man die Geschwister übrigens an ihrer Schwanzspitze: Die von Sjef ist schwarz, während sein Bruder weiß trägt.
Tierpfleger Mike Wolf, zuständig für den Raubtierbereich, liefert erst einmal viele interessante Fakten zur Pflege, Haltung und Fütterung der gepunkteten Schönheiten. Zwei Kilo Rindfleisch verspeist jedes Tier am Tag. Dabei bevorzugen Geparden – wie alle Katzen – unbedingt Frischfleisch. Dazu gibt es heute noch Rinderbrühe, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Da Tiere im Zoo in der Regel älter werden als in freier Wildbahn, sei es wichtig, dass sie ausreichend trinken, damit die Nieren gesund bleiben, wie Mike Wolf erklärt.
Doch zunächst übergeben Thomas Müller, Vorstandssprecher der Volksbank Dresden-Bautzen eG, und Pressesprecher Thomas Lohse einen Scheck über 6000 Euro an Zoodirektor Karl-Heinz Ukena und Gudrun Brammer vom Zoofreunde Dresden e.V. Die Patenschaft über den dreijährigen Sjef läuft über die nächsten fünf Jahre. Sie trägt dazu bei, dass der Gepard und sein Bruder artgerecht gehalten werden können. Die Volksbank Dresden-Bautzen eG unterstützt nicht das erste Mal den Dresdner Zoo. Schon seit 1998 ist sie Mitglied im Zooförderverein. So konnte sich der Zoo in diesem Jahr zum Beispiel auch am „Entdeckertag“ am 3. Oktober über eine großzügige Sach- und Geldspende des Kreditinstituts freuen. „Wir engagieren uns für den Zoo, weil er für die Dresdner Einwohnerinnen und Einwohner identitätsstiftend ist“, sagt Thomas Müller. Und Thomas Lohse ergänzt: „Wir wollen, dass die Tiere sich wohl fühlen. Ohne finanzielle Hilfe ist die artgerechte Haltung aber nicht immer möglich.“
Auf die Frage, warum die Wahl auf die Geparde als Patentiere gefallen ist, erklärt Thomas Lohse, dass diese stark vom Aussterben bedrohten Tiere einfach äußerst interessante Lebewesen seien. Das zeigt sich dann auch, als der für die Geparden spannendste Teil des Termins beginnt – die Fütterung.
Dazu müssen Sjef und Job zunächst in ihrem Stall warten, während Mike Wolf saftige Fleischstücke auf der Anlage verteilt und die leckere Brühe bereitstellt. Ein Luxus, den ihre Artgenossen in der freien Wildbahn freilich nicht haben. Die müssen sich ihre Mahlzeiten selbst erbeuten, was mit großer Anstrengung und einem hohen Energiebedarf verbunden ist, wie der Tierpfleger erklärt. Um die 100 km/h kann ein Gepard mit seinem schlanken Körperbau erreichen, wenn er auf der Jagd ist, zumindest auf kurzen Strecken. Damit ist er das schnellste Landtier der Welt. Nicht ganz so flink, aber umso zielstrebiger nehmen Job und Sjef dann ihr Büffet ins Visier. In diesem Moment sind die Pressevertreter vor ihrem Gehege vergessen. Während die Auslöser der Kameras klicken und die Zuschauer fasziniert das Spektakel beobachten, kümmern sich die beiden Raubkatzen nur noch um ihr Futter. Wie viele Kilo Rindfleisch man wohl für 6000 Euro kaufen kann?
Text: Ute Nitzsche