Mythos trifft Märchen

Ich, Eurydike / Foto: © Lutz Michen
Mit „Ich, Eurydike”und „Hänsel und Gretel“ präsentiert die Staatsoperette Dresden im Herbst 2026 zwei Inszenierungen, die klassische Stoffe neu beleuchten.

Die Staatsoperette Dresden präsentiert im Herbst 2026 zwei Premieren, die das Musiktheater in all seinen Facetten feiern. Mit einer spannenden Uraufführung und einer fantasievollen Neuinterpretation eines Klassikers lädt das Haus dazu ein, vertraute Stoffe neu zu entdecken und sich von künstlerischer Innovationskraft begeistern zu lassen.

Staatsoperette Dresden / Foto: PR
„Ich, Eurydike“– Die Stimme aus dem Schatten

Mit „Ich, Eurydike“ wagt die Staatsoperette Dresden eine eindrucksvolle Uraufführung, die den altbekannten Mythos um Orpheus aus einer ungewohnten Perspektive beleuchtet. Im Zentrum steht diesmal nicht der berühmte Sänger, sondern sei­ne oft übersehene Gefährtin Eurydike. Choreograf Gabriel Pi­toni, bekannt für seine emotional dichten Tanzabende, schenkt der Nymphe eine eigene Stimme und lässt sie aus dem Schatten des Orpheus heraustreten. Die Reise Eurydikes wird als moderner Tanzabend erzählt, in dem sie sich von einer stummen Be­gleiterin zu einer selbstbestimmten Frau entwickelt. Die Musik von Chefdirigent Michael Ellis Ingram, verstärkt durch elektronische Klangwelten von Paul Keilhau, schafft eine atmosphärische Dichte, die das Publikum unmittelbar in das Geschehen hineinzieht. Besonderes Augenmerk verdient die Besetzung: Neben dem Ballett und Chor der Staatsoperette Dresden verkörpert Elizabeth Iwasko die Eurydike, während Sybille Lam­brich als ihre Stimme und Melania Mazzaferro als ihr Schatten auf der Bühne agieren. So entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Frau, die sich ihren Platz in der Welt erkämpft.
Uraufführung am So., 20.09.2026, um 18:00 Uhr

Hänsel und Gretel / Foto: © Lutz Michen
„Hänsel und Gretel“– Märchenhaft neu gedacht

Mit Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ kehrt ein Klassiker auf die Bühne der Staatsoperette Dresden zurück – doch die Inszenierung von Intendantin Kathrin Kondaurow verspricht weit mehr als vertraute Märchenidylle. Das Werk, dessen Libretto von Adelheid Wette die Grimm’sche Vorlage in ein berührendes Lehrstück über Zusammenhalt und Hoffnung verwandelt, erhält in Dresden eine frische, fantasievolle Deu­tung. Kondaurow und ihr Team hinterfragen liebevoll die Figur der Hexe und lösen sie aus den Fesseln traditioneller Klischees. So wird die Hexe nicht nur als Verkörperung des Bösen, sondern auch als Spiegel weiblicher Rollenbilder und gesellschaftlicher Zuschreibungen inszeniert. Die opulente Aus­­stattung, das einfühlsame Dirigat von Michael Ellis Ingram und die lebendige Mitwirkung des Kinderchors sorgen für ein sinnliches Bühnenerlebnis, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Bekannte Melodien wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ laden zum Mit­sum­men ein und machen den Opernabend zu einem Fest für die ganze Familie.
Premiere am Sa., 07.11.2026, um 19:30 Uhr

Staatsoperette Dresden
Kraftwerk Mitte 1, 01067 Dresden
www.staatsoperette.de

Reaktion: Jörg Fehlisch

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