Slow-Food-Tag: Heimat auf dem Teller

Vier Köche, eine Gärtnerei und die Frage: Wie viel Oberlausitz steckt in unserem Essen?
Regionalität beginnt dort, wo Lebensmittel wachsen. Und manchmal entsteht daraus mehr als nur ein gutes Gericht: eine Begegnung, ein Austausch und die Erkenntnis, wie eng Genuss, Landwirtschaft und handwerkliches Können miteinander verbunden sind.
Zum bundesweiten Slow-Food-Tag am 21. September hatte Slow Food Lausitz zum Pressekochen in die Gärtnerei Krauße nach Bischofswerda eingeladen. Im Mittelpunkt stand die regionale Küche – und damit die Frage, wie viel Heimat tatsächlich auf unseren Tellern steckt. Vier Köche brachten dafür ihre kulinarische Handschrift ein: Tina Wessollek vom Gutshof L’Auberge in Bischofswerda, André Meyer von der Bio-Beckenbergbaude in Eibau, Tilo Hamann vom „Gaumenkitzel“ Alte Wassermühle in Obergurig und Thomas Lukasch vom „Wjelbik“ in Bautzen. Gastgeberin Anne Hladik von der Gärtnerei Krauße lieferte den passenden Ausgangspunkt: knackiges Gemüse, aromatische Kräuter und köstliches Obst aus regionalem Anbau.

Von der Gärtnerei auf den Teller
Was daraus entstand, war ein herrlich buntes 4-Gang-Menü, das die Vielfalt der Oberlausitz schmeckbar machte. Tina Wessollek interpretierte die Aubergine als kleine Variation und kombinierte sie mit Basilikumtörtchen und spätsommerlichem Obst. André Meyer servierte Bratwurst-Zucchiniröllchen mit einem unglaublich aromatischen Tomaten-Chutney. Tilo Hamann zauberte ein kleines Kunstwerk auf die Teller: Mangoldmousse mit klarem Tomaten-Gel, Tomatensalat in Apfelessig-Reduktion, Basilikumöl, Mangold-Walnuss-Relish und einem Chili-Brotchip. Dabei ging es um weit mehr als die Zubereitung einzelner Speisen. Slow Food steht für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln, regionale Wertschöpfung und die Wertschätzung der Menschen, die Lebensmittel anbauen, verarbeiten und zubereiten.

Das Pressekochen machte diese Idee unmittelbar erlebbar: Man konnte die Zutaten dort kennenlernen, wo sie wachsen, den Köchen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und erleben, wie aus frischen regionalen Produkten mit Kreativität und handwerklichem Können feine Gerichte entstehen.

Genuss mit Verantwortung
Gerade in einer Zeit, in der Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit beim Essen immer wichtiger werden, zeigt ein gemeinsamer Kochtermin, welches Potenzial in der Region steckt. Gärtnerei und Gastronomie, Produzenten und Köche arbeiten Hand in Hand und machen aus regionalen Lebensmitteln Genuss mit Charakter. Vielleicht ist genau das die schönste Antwort auf die Frage, wie viel Oberlausitz in unserem Essen steckt: ziemlich viel – wenn wir hinschauen, woher unsere Lebensmittel kommen und den Menschen dahinter eine Bühne geben.

www.slowfood.de/netzwerk/vor-ort/lausitz
Redaktion: Sabine Dittrich

