Dentosophie: Die Weisheit der Zähne

Dr. Constanze Groß: Biologische Zahnmedizin mit einem ganzheitlichen Blick
Dr. Constanze Groß ist biologische Zahnärztin und Dentosophin. In ihrer Arbeit verbindet sie moderne biologische Zahnmedizin mit einem ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel von Zähnen, Kiefer, Zunge, Atmung und Körper. Ihr Ziel ist es, die Dentosophie in Deutschland bekannter zu machen und ihre Möglichkeiten in der funktionellen Zahnheilkunde aufzuzeigen.
Top: Frau Dr. Groß, was genau unterscheidet die Dentosophie von der klassischen Zahnmedizin?
Dr. Groß: In der klassischen Zahnmedizin werden vor allem die Symptome behandelt, während die Dentosophie die funktionellen Zusammenhänge betrachtet und nach möglichen Ursachen sucht. Wenn wir auf die Welt kommen, funktionieren Atmen, Schlucken und Kauen zunächst ganz selbstverständlich. Im Laufe des Lebens können sich diese Funktionen jedoch verändern – durch einseitiges Kauen, eingeschränkte Zungenbeweglichkeit oder ausgeprägte Mundatmung. Das kann sich auf das Zusammenspiel von Zunge, Kiefer, Muskulatur und Atmung auswirken. In der Dentosophie arbeiten wir mit einem Balancer oder Aktivator, der individuell angepasst wird und die natürlichen Funktionen unterstützt.
Top: Warum ist die Zungenposition für unsere Mund- und Kiefergesundheit so wichtig?
Dr. Groß: Die Zunge spielt eine wichtige Rolle in der Dentosophie. Eine ungünstige Lage kann das Schluckmuster und die muskuläre Balance beeinflussen. Auch die Nasenatmung ist von großer Bedeutung, denn sie unterstützt eine gute Zungenruhelage am Gaumen. Bei dauerhafter Mundatmung kann sich die Zunge nach unten verlagern und das Zusammenspiel von Zunge, Kiefer und Muskulatur verändern. Deshalb betrachten wir Atmung, Zungenund Kieferfunktion gemeinsam und nicht isoliert voneinander.
Top: Kann Dentosophie helfen, Fehlstellungen möglichst früh und ohne klassische kieferorthopädische Behandlung zu beeinflussen?
Dr. Groß: Bei Kindern geht es vor allem darum, ungünstige funktionelle Muster möglichst früh zu erkennen. Gerade im Schulanfangsalter kann es gelingen, Fehlentwicklungen so positiv zu beeinflussen, dass weniger kieferorthopädische Behandlungen nötig sind oder eine feste Zahnspange sogar ganz vermieden werden kann. Der Balancer fördert natürliche Funktionen wie Nasenatmung, Zungenlage und beidseitiges Kauen. Das ist ein sehr sanfter Ansatz, der je nach Ausgangssituation entweder eine sinnvolle Ergänzung oder eben eine Alternative zur klassischen Kieferorthopädie sein kann. Interessant ist diese Methode auch für Erwachsene, selbst wenn Fehlstellungen schon seit vielen Jahre bestehen. Auch für Menschen, die knirschen, pressen, schnarchen oder immer wieder Verspannungen und Rücken- sowie Nackenbeschwerden haben, ist die Dentosophie eine wirksame Alternative zur klassischen Zahnmedizin.

Top: Welche Zusammenhänge beobachten Sie noch?
Dr. Groß: Die Mundgesundheit steht in enger Verbindung mit dem gesamten Organismus. Chronische Entzündungen im Mundraum, wie eine Parodontitis, können den Körper dauerhaft belasten und in einen Stresszustand versetzen. In meiner Praxis beziehen wir Laboruntersuchungen oder die Ernährung mit ein und forschen nach der Ursache, wo genau eine Mangelerscheinung vorliegt. Mich fasziniert besonders, wie viel man über die funktionellen Zusammenhänge im Mund erkennen kann. Der Kiefer, die Zahnstellung und die Muskulatur erzählen uns viel über die individuellen Gewohnheiten jedes Einzelnen.
Top: Was fasziniert Sie persönlich an der Dentosophie und warum haben Sie diesen Ansatz in Ihre Arbeit integriert?
Dr. Groß: Mich interessiert vor allem der Mensch, den ich wieder in sein volles Potenzial zurückbringen möchte! Obwohl die Dentosophie in Europa seit vielen Jahren gelehrt wird, ist sie in Deutschland wenig bekannt. Als ich sie entdeckt habe, war das für mich wie eine Offenbarung! Ich führe eine biologische Praxis und beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie wir Zahnmedizin möglichst ganzheitlich denken können. Die Dentosophie hat mir eine interessante Perspektive eröffnet. Besonders schön finde ich, dass sich inzwischen auch Osteopathen, Logopäden und andere Therapeuten damit beschäftigen. Ich selbst bilde Zahnärzte, Ärzte und Therapeuten in der Methode aus. Mein großer Wunsch ist es, dass eines Tages jeder weiß, was Dentosophie bedeutet und welche Möglichkeiten dieser Ansatz bietet.
Top: Ist Dentosophie Teil moderner Longevity-Konzepte?
Dr. Groß: Unbedingt! Für mich gehören Mundgesundheit und gesundes Altern einfach zusammen. Wenn wir langfristig gesund bleiben möchten, sollten wir unseren Körper möglichst wenig chronischen Belastungen aussetzen. Dazu gehören Mundgesundheit, eine gute Atmung und ein funktionierendes Zusammenspiel von Kiefer und Muskulatur. Wir arbeiten in unserem Zentrum mit verschiedenen Methoden, um den Körper aus dem Stress- in den Entspannungsmodus zu bringen. Das IHHT setzen wir unterstützend ein, um bei Patienten die Regulation des vegetativen Nervensystems zu unterstützen und die Mitochondrien zu stärken. Das MitoVIT-Höhetraining arbeitet mit kontrollierten Phasen sauerstoffärmerer Luft und stimuliert dadurch bestimmte Anpassungsprozesse des Körpers. Entscheidend ist für mich immer der individuelle Mensch und die Frage: Was braucht dieser Mensch, um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben?

BIOZAHNARZT DRESDEN Dr. Constanze Groß
Heinrichstraße 4
01097 Dresden
Telefon: 0351 272 11 50
www.biozahnarzt-dresden.de I www.dentosophie-heilzentrum.de
Interview: Sabine Dittrich

