UV-Licht für eine stabile Hornhaut

Dr. Anja Kaiser vom AugenCentrum Dresden / Foto: © Franziska Pilz
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Die Augenerkrankung Keratokonus tritt vor allem bei Patienten jüngeren Alters auf. Im AugenCentrum Dresden kann die Krank­heit mit dem Verfahren der Hornhautvernetzung aufgehalten werden.

Eine Verschlechterung der Sehleistung kann viele Ursachen haben. Ein Grund dafür kann ein sogenannter Keratokonus sein. Diese Erkrankung tritt vor allem bei jüngeren Patienten bis 45 Jahren auf und betrifft häufiger Männer als Frauen. Beim Keratokonus handelt es sich um eine Gewebeschwäche, in deren Folge es zu einer zunehmenden Dickenabnahme der Hornhaut kommt. Die ausgedünnte Hornhaut wölbt sich immer stärker vor und nimmt eine kegelförmige Gestalt an, die in Extremfällen sogar von der Seite sichtbar sein kann. Ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung des Keratokonus ist eine Neurodermitis, die als Zivilisationskrankheit gilt, immer häufiger vorkommt und somit zu dem vermehrten Auftreten des Keratokonus beiträgt. „Aber auch sogenannte Mikrotraumen, kleinste Hornhautverletzungen durch kontinuierliches Reiben der Augen, und eine Vererbung des Keratokonus können ursächlich sein“, ergänzt Dr. Anja Kaiser vom AugenCentrum Dresden. Die Krankheit verläuft in Schüben. Im Anfangsstadium lässt sich die Sehschärfe meist mit Brillen gut ausgleichen, weshalb ein Keratokonus oft nicht so schnell erkannt wird. Mit zunehmender Verformung der Hornhaut können nur noch spezielle Kontakt­linsen das Sehen verbessern. In weit fortgeschrittenen Stadien kommt es zu einer deutlichen Sehverschlech­erung und die dann oft trübe und vernarbte Hornhaut muss durch eine Transplan­tation ersetzt werden. Seit einigen Jahren kann die Hornhaut in den frühen und mittleren Stadien durch die Behandlung mit UV-Licht stabilisiert und die Erkrankung so aufgehalten werden. Dadurch kann den Betroffenen eine gute Seh­schärfe erhalten und eine Hornhauttransplantation vermieden werden. Die Methode nennt sich Hornhautvernetzung oder auch Corneal Collagen Cross-Linking. Im AugenCentrum Dresden steht für den kleinen operativen Eingriff ein Vernetzungsgerät der neuesten Generation zur Verfügung.

Verfahren in Dresden entwickelt

Entwickelt wurde die Therapie Ende der 1990er Jahre in Dresden von der Forschungsgruppe um den Physiker Prof. Dr. Eberhard Spörl und den Augenheilkundler Prof. Dr. Theo Seiler, der beim Zahnarzt auf die Idee kam, als eine Kunststoff-Füllung mit UV-Licht ausgehärtet wurde. Seitdem wurde das Verfahren weiter optimiert. „Der Eingriff selbst erfolgt ambulant, mit lokaler Betäubung und ist nach ca. 45 Minuten vorüber“, erklärt Dr. Anja Kaiser, die sich auf die Behandlung spezialisiert hat. „Zunächst wird die oberste Hornhautschicht mit einem speziellen Instrument entfernt, bevor die Hornhautoberfläche 30 Minuten lang mit Riboflavin betropft und anschließend für zehn Minuten mit UVA-Licht bestrahlt wird.“ Die ersten Tage nach der OP sind oft unangenehm bis schmerzhaft, da die oberflächliche Hornhautschicht erst wieder zuheilen muss. Im AugenCentrum Dresden werden die Patienten über die Entscheidung zur OP, die OP-Besonderheiten und den üblichen Heilverlauf jedoch ausführlich aufgeklärt und sorgsam begleitet. Nach einer knappen Woche sind die Patienten meist wieder beschwerdefrei.

Frühe Diagnose wichtig

Erst seit 2019 ist der Eingriff eine Kassenleistung ­– eine wegweisende Entscheidung für die Betroffenen. Wichtig ist vor allem, dass die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Hier kann im Falle einer Sehverschlechterung der Besuch beim Optiker die Vorstellung beim Augenarzt beschleunigen. Denn an den Brillenwerten oder deren schneller Änderung, der mit Brille erreichten Sehschärfe oder gar mittels Hornhautoberflächenvermessung kann der Optiker oft schon entscheidende Hinweise auf das Vorliegen eines Keratokonus erhalten. Durch rechtzeitige Behandlung konnten seit der Entwicklung der Hornhautvernetzung bei tausenden Men­schen weltweit fortschreitende Keratokonus-Erkrankungen stabilisiert und folglich tausende Hornhauttransplantationen verhindert werden. Auch die Ärzte im AugenCentrum Dresden leisten hierzu in ihrer Keratokonus-Sprechstunde einen Beitrag.

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AUGENCENTRUM DRESDEN
Medizinisches Versorgungszentrum
Prof. Dr. med. Andreas Böhm, Dr. med. Anne Lux & Kollegen
Trompeterstraße 5 I 01069 Dresden I 0351 89 66 35-0
info@augencentrum-dresden.de I www.augencentrum-dresden.de

Redaktion: Philipp Demankowski

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