Kunst, die keinen kalt lässt

In der ZEITENSTRÖMUNG® wartet ein eiskaltes Highlight auf seine Besucher. Bis zum 23. Februar 2020 werden die Gäste der Eiswelt Dresden in eine zauberhafte Märchenwelt aus Eis entführt – mit meterhohen Eis- und Schneeskulpturen, die nicht nur ein Künstlerherz höher schlagen lassen. Top Magazin Dresden besuchte das motivierte Team um Organisator Oliver Hartmann und schaute hinter die Kulissen des Wintermärchens aus Eis und Schnee…

Gut einpacken sollte man sich schon. In der Halle, die eigens für die Ausstellung aufgebaut wurde, herrschen frostige – 8° Celcius. Das nämlich ist die ideale Temperatur, damit die einzigartigen Skulpturen nicht dahinschmelzen. Über 20 internationale Künstler, darunter mehrere Welt- und Europameister im sogenannten Eis- und Schneecarving, haben in den vier Wochen vor Beginn der Ausstellung aus insgesamt 150 Tonnen Schnee und 250 Tonnen Eis wahre Meisterwerke geschaffen. Es sind Kunst werke zum Thema „Wintermärchen“, die die Besucher auf dem Rundgang durch die Ausstellung entdecken können. Doch auch bekannte Baudenkmäler Dresdens sind im eisigen Skulpturenpark verewigt. Da steht die Hexe Baba Jaga neben einer beeindruckenden Rekonstruktion des Goldenen Reiters. Man kann sich gar nicht richtig sattsehen an den durch unterschiedliche Lichtquellen eindrucksvoll in Szene gesetzten Skulpturen. Das wärmt das Herz auch nach Weihnachten. Wem es dann doch ein wenig zu kalt wird, kann sich zwischen den Rundgängen in der Gastronomie ein heißes Getränk genehmigen.

Foto: Yves Weiske
Eis, Eis, Eis!

Nach der erfolgreichen Premiere der Eiswelt Dresden vor zwei Jah ren war ganz schnell klar, dass das Team um den künstlerischen Leiter Martin de Zoete und dem Organisator Oliver Hartmann im Winter 2019/2020 wieder nach Dresden kommen würde. Doch die Künstler begeistern nicht nur in den Wintermonaten ihre staunenden Besucher. Oliver Hartmann ist das ganze Jahr mit vergänglichen Skulpturen beschäftigt. „Im Sommer bauen wir Sandfiguren an der Küste und im Winter widmen wir uns den Eisskulpturen an verschiedenen Standorten“, sagt Oliver Hartmann. „Wenn es dieses Jahr gut funktioniert, können wir uns auch vorstellen, die Eiswelt jedes Jahr in Dresden entstehen zu lassen.“ Obwohl die Technik des Eiscarvings noch gar nicht so alt ist, hat sich inzwischen schon eine kleine Fangemeinde entwickelt, deren enthusiastische Mitglieder auch einen weiten Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Genauso wie die verschiedenen Eisblöcke, die aus Belgien, Lettland und Frankreich geliefert werden. Interessant sind hierbei die verschiedenen Konsistenzen von milchig bis glasklar, was den Skulpturen ein individuelles Aussehen verleiht.

Foto: Yves Weiske
Filigrane Kettensägenschnitzereien

In Vorbereitung der Ausstellung hat das Team über vier Wochen lang das Eis bearbeitet. Viele Eis- und Schneekünstler sind gelernte Bildhauer, die ganz unterschiedliche Arbeitsinstrumente auf dem Weg zur fertigen Skulptur nutzen. „Ich bin vor sieben Jahren zum Eiscarven gekommen, weil mich vor allem das Arbeiten mit der Kettensäge interessiert hat. Das hat so etwas Rohes“, lacht Evangelos Stafylidis aus Brilon, der im Gegensatz zu vielen seiner internationalen Kollegen eigentlich Architekt ist. Später kommen dann natürlich noch die etwas feineren Schnitzwerkzeuge hinzu, bis hin zur Feile oder sogar dem Bügeleisen. Sein Wissen über Statik kommt dem Künstler das ganze Jahr über zugute, denn wie viele der Eiscarver ist er im Sommer mit dem Bauen großer Sandburgen und -skulpturen beschäftigt. In diesem Jahr ist es einem Team von 20 Künstlern um den Holländer Martin de Zoete in Binz auf Rügen sogar gelungen, die größte Sandburg der Welt zu bauen. Der Lohn war ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.  Internationale Eisliebhaber Obwohl das Eis- und Schneecarving noch eine recht junge Kunstdisziplin ist, hat sich inzwischen auch ein kleines Netzwerk gebildet. Die Szene ist nicht allzu groß, so dass man sich schnell kennenlernt und für die wenigen Events im Jahr eingeladen wird. „Die Stimmung ist immer super. Wir sind eine eingeschworene Gemeinde, die sich über Nationalitäten hinweg bildet. Man ist in der Vorbereitung ja Tag für Tag beieinander. Da entstehen natürlich auch Freundschaften“, sagt Evangelos Stafylidis. Einen kleinen Einblick in die beeindruckende Kunst der Eisprofis kann man neben der Ausstellung in der ZEITENSTRÖMUNG® auch beim FIS-Skiweltcup am 11. und 12. Januar 2020 bekommen.

Text: Philipp Demankowski

www.eiswelt-dresden.de

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