Jan Vogler: Der Saiten-Virtuose

Jan Vogler vor dem Schloss Moritzburg / Foto: © Felix Broede
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Bereits 2002 stellten wir den Ausnahme-Cellisten Jan Vogler vor, der Dresdens Musikszene bis heute mit den Musikfestspielen und dem Moritzburg Festival bereichert.

Kaum eine Persönlichkeit der klassischen Musik hat die vergangenen zwei Jahrzehnte in Dresden so sehr geprägt wie Jan Vogler. Schließlich fungiert der Cellist gleich bei zwei hoch­karätigen Festivals der Region als künstlerischer Leiter. Zweifelsohne würden sowohl die Dresdner Musikfestspiele als auch das Moritzburg Festival ohne sein Zutun ein anderes Gepräge haben. Erst 2017 führten wir ein ausführliches Inter­view mit dem Ausnahmemusiker anlässlich des 40. Jahrgangs der Musikfestspiele, deren Intendanz er 2009 übernahm. Doch schon 2002 berichteten wir erstmals über sein Schaffen. Das Moritzburg-Festival, dass er auch mitbegründete, feierte in diesem Jahr bereits sein zehnjähriges Jubiläum. Damals bezeichnete er das Kammermusik-Festival als „Fingerabdruck der Musik, die er sonst realisiert“. Ein schönes Bild. Und sicher eines, dass auch heute noch zutreffen würde. 2018 findet das Moritzburg-Festival wieder in den schönen Sommertagen vom 5. bis zum 20. August statt.

Wandler zwischen den Welten

In der Welt der Klassik war der damals 38-Jährige auch 2002 bereits fest verankert, konnte Stationen vorweisen, für die an­de­rer Musiker eine ganze Karriere brauchen. Doch die Virtuosität in jungen Jahren würde seinen Worten nach gar nicht so sehr überraschen, denn „mit spätestens 18 Jahren muss die technische Ausbildung am Cello erledigt sein“, wie er im Artikel zu Protokoll gibt. Immer mehr übe er sich stattdessen gar in der Kunst des Weglassens. Dem Hörer müsse ein Klangbild gegeben werden, das Raum für ihn selbst biete, Raum zur Vervollständigung des Bildes. Dass er mit seiner Ehefrau, der Violinistin Mira Wang, ständig unterwegs ist und zwischen den Welten der Alten und Neuen Musik wandelt, führe nicht zur Be- oder gar Überlastung. Im Gegenteil: Es bekomme ihm gut, auch gesundheitlich. Autor Wolfram Eschen­bach schloss seinen Artikel damals mit der Hoffnung, dass es der Stadt Dresden gut bekäme, bliebe ihr Jan Vogler als Wahlheimat, Wohnstatt und als Musikstadt treu. Aus heutiger Sicht kann glücklicherweise konstatiert werden, dass dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist.                                       

DRESDNER MUSIKFESTSPIELE unter www.musikfestspiele.com

MORITZBURG FESTIVAL unter www.moritzburgfestival.de

Text: Philipp Demankowski

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