Beratung vor Ort – mit Blick auf die ganze Welt
Erfolgreiches Geschäftsjahr für Volksbank Dresden-Bautzen eG
Am Rande der Vertreterversammlung der Volksbank Dresden-Bautzen eG, in der Messe Dresden, sprachen wir mit den beiden Vorständen Dr. Martin Polle und Remo Teichert und mit Markus Gürne, bekannt aus der ARD-Sendung „Wirtschaft vor acht“. Er war Gastredner auf der Veranstaltung und gab den Teilnehmern Denkanstöße, die er auch in unser Interview einbrachte.
Top: Unsere erste Frage geht an Sie, Herr Dr. Polle: Wie lief das Jahr 2025? Was konnten Sie Ihren Bankteilhabern berichten?
Dr. Martin Polle: Wir können auf ein sehr gutes Geschäftsjahr 2025 zurückschauen. Das Ergebnis in Höhe von knapp 33 Mio. Euro versetzt uns in die Lage, unsere Rücklagen entscheidend zu stärken. Zu verdanken haben wir dies unseren Mitgliedern und Kunden, die uns ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringen. Dafür, dass uns dies so gut gelingt, danken wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die über 46.000 Mitglieder partizipieren mit einer Dividende in Höhe von vier Prozent am Geschäftserfolg ihrer Volksbank. Mit der Ausschüttung dieser Dividende fließen über 2,15 Mio. Euro in die Region zurück.
Top: Herr Teichert, woher kamen die Erträge? Wo ist die Bank gewachsen?
Remo Teichert: Wir haben uns in allen Positionen gut entwickelt. Die Bilanzsumme lag zum Jahresende bei gut 2,9 Mrd. Euro. Unsere Kundeneinlagen sind um rund 126 Mio. Euro gewachsen. Die vergebenen Kredite stiegen um 93 Mio. Euro. Aus beiden Bilanzpositionen konnten wir einen sehr guten Zinsüberschuss erwirtschaften. Das Wertpapiergeschäft ermöglichte uns weitere Erträge.
Top: Herr Teichert, Stichwort Wertpapiergeschäft: Welche Rolle spielt es in der Volksbank?
Remo Teichert: Die Themen Vermögenserhalt und Vermögensentwicklung spielen seit Jahren eine große Rolle in der Beratung unserer Kunden. Dies hat sich auch nach Ende der Niedrigzinsphase nicht verändert. Zwar erfreuen sich risikolose Zinsanlagen einer guten Nachfrage, gleichwohl weisen diese Anlageformen einen Realzins aus, der Nahe der Null-Linie liegt. Begleitet von unserer kompetenten Beratung investierten unsere Kunden deshalb auch im Jahr 2025 in Wertpapiere und Fonds. Diese außerhalb der Bankbilanz befindliche Position stieg im Berichtsjahr von 936 Mio. Euro auf 993 Mio. Euro.

Top: Herr Gürne, damit spiele ich den Ball jetzt zu Ihnen. Diese positive Entwicklung bei den Kapitalmarktanlagen in der Volksbank müsste Sie freuen, oder? Das Thema finanzielle Bildung liegt Ihnen immer sehr am Herzen.
Markus Gürne: Stimmt, das hat mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Ich bin als Halbwaise mit drei älteren Geschwistern aufgewachsen, meine Mutter war Sekretärin. Große Sprünge waren nie drin, Ferienjobs und Blättchen austragen ein Muss. Ich will, dass meine Landsleute verstehen, wie wichtig es ist, sich mit der Welt und wie sie sich verändert, zu beschäftigen. Politik und Wirtschaft sind eng verbunden, und die Auswirkungen davon betreffen uns von morgens bis abends. Und da setzt finanzielle Bildung an. Bei jeder und jedem. Wie sieht mein Alltag aus, was passiert um mich herum? Das hat etwas mit mir zu tun – und welche Auswirkungen hat das auf mich? Wenn wir uns damit beschäftigen, kann Finanzbildung etwas Wunderbares tun. Sie kann Menschen helfen, bessere Entscheidungen für ihr Leben zu treffen.
Top: Haben Sie Anlage-Tipps parat?
Markus Gürne: Ich darf keine Anlagetipps geben, und ich kann es auch nicht. Wer behauptet, er wüsste, wie es geht, reich zu werden, den sollte man fragen, warum er dann noch arbeitet. Aber Scherz beiseite. Ich weiß es nicht, aber ich kann sagen, was ich für einen guten Weg halte. Fragen zu stellen zum Beispiel. Schauen Sie sich in Ihrem Alltag um. Was passiert um Sie herum? Ob Energiedebatte, die Frage, welche Rohstoffe durch den Krieg in Nahost knapp werden, oder die alternde Gesellschaft. Jedes dieser Themen hat zwei Seiten, eine politische und eine wirtschaftliche. Energie fossil oder erneuerbar, Rohstoffe schwarzes Gold oder gelbes Gold. Egal, welche Antwort man auf diese Fragen findet – jede Antwort hat auch wirtschaftliche Konsequenzen und genau dort beginnt die Frage nach Chancen, Risiken und dem Wert einer finanziellen Betrachtung.
Top: Zukunft ist ein schönes Stichwort: Herr Dr. Polle, wie sehen Sie als Genossenschaftsbank Ihre Zukunftsaussichten?
Dr. Martin Polle: Wir stehen gesellschaftlich und politisch vor großen Herausforderungen: internationale Spannungen, ausufernde Schulden in den öffentlichen Haushalten, rasant steigende Energiekosten. Das sind alles Themen, die unsere Mitglieder und Kunden bei Investitionsentscheidungen und Altersvorsorgestrategien verunsichern. Aber genau dafür sind wir ja da – mit unserer persönlichen Beratung vor Ort. Unser Geschäftsmodell hat uns durch viele Krisen der letzten Jahrzehnte getragen. Und natürlich schauen wir auch nach vorn. Digitalisierung und KI sind Themen mit einer extremen Wachstumsdynamik. Wir bedienen uns dieser Technologien aktiv – werden aber nie vergessen, wo unsere Wurzeln sind: bei unseren Mitgliedern und Kunden vor Ort. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns die Technik viele Sachen erleichtern und abnehmen kann, aber nicht den persönlichen Kontakt, das Gespräch, das Zusammenkommen z. B. im Verein im Ort. Technik wird das persönliche Vertrauen nicht ersetzen können. Daher schauen wir sehr zuversichtlich in die Zukunft, trotz der vielen Herausforderungen, die vor uns liegen.
Top: Wir danken für das Gespräch.

Volksbank Dresden-Bautzen eG
Hauptstelle Dresden
Georgenstr. 6, 01097 Dresden
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