Die Rückkehr der Schlosskapelle

Schlosskapelle im Residenzschloss Dresden / © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
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Die Schlosskapelle im Dresdner Residenzschloss erstrahlt nach aufwendiger Rekonstruktion als architektonisches und kulturelles Juwel – und öffnet ihre Türen für Musik, Begegnung und Geschichte.

Es ist ein Moment, der Geschichte atmet: Nach Jahrzehnten des Wartens und Bauens öffnet die Schlosskapelle im Dresdner Residenzschloss wieder ihre Türen. Wo einst Stille und Schatten herrschten, erklingen nun wieder Stimmen, Musik und das Staunen der Besucher. Die Kapelle, einst ein Aschenputtel unter den Prunkräumen, präsentiert sich heute als funkelndes Juwel im Herzen Dresdens.

Schlosskapelle im Residenzschloss Dresden / © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Metamorphose eines Juwels

Die Verwandlung der Schlosskapelle gleicht einer märchenhaften Metamorphose. Was 1988 als schlichter Rohbau begann, entwickelte sich in mehreren Etappen zu einem architektonischen Meisterwerk. Besonders das rekonstruierte Schlingrippengewölbe, ein filigranes Geflecht aus Sandstein, Glas und Beton, verleiht dem Raum eine fast schwerelose Eleganz. In einem weltweit einzigartigen Prozess wurde mittelalterliche Handwerkskunst mit moderner Technik vereint – ein Triumph der Vision und Beharrlichkeit.

Paradebeispiel meisterhafter Baukunst

Die Wiederherstellung der Kapelle ist ein Paradebeispiel für meisterhafte Baukunst. Fachleuten gelang es, das historische Schlingrippengewölbe nach originaler Technik neu zu errichten – mit handgefertigten Ziegeln und doppelt gekrümmten Sandsteinrippen. So verschmelzen Geschichte, Handwerk und Innovation zu einem beeindruckenden Raumerlebnis, das Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verbindet.

Schlosskapelle im Residenzschloss Dresden, Detail Schlingrippengewölbe / © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner

Die feierliche Schlüsselübergabe wurde von bedeutenden Stimmen begleitet. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer, würdigte die Kapelle als „magische Symbiose aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Sachsens Finanzminister Christian Piwarz betonte die generationenübergreifende Bedeutung des Projekts und lud zum Tag der offenen Schlosskapelle ein. Die Sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch hob die kulturelle Strahlkraft hervor, während Dr. Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Kapelle als neuen Ort für Musik, Austausch und gesellschaftlichen Diskurs bezeichnete.

Die Schlosskapelle im Dresdner Residenzschloss erstrahlt nach Jahren des Wiederaufbaus und der kunstvollen Rekonstruktion in neuem Glanz. / © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Verbindung von Geschichte und Gegenwart

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten erhält Dresden einen einzigartigen Veranstaltungsort zurück. Die Schlosskapelle wird künftig Raum für Konzerte, wissenschaftliche Diskussionen und private Feiern bieten. Sie steht als Symbol für die lebendige Verbindung von Geschichte und Gegenwart und bereichert das kulturelle Leben der Stadt auf besondere Weise.

Tag der offenen Schlosskapelle

Ab dem 19. November kann die Schlosskapelle im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Ein besonderer Höhepunkt ist der Tag der offenen Schlosskapelle am 15. November 2025, an dem Interessierte ohne Anmeldung Einblicke in Baukunst, Musik und Geschichte erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.skd.museum.

Redaktion: Jörg Fehlisch

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