Zeitenwende im Tresor: Warum Edelmetalle boomen
Im Gespräch mit Volksbank Dresden-Bautzen eG-Vorstand Remo Teichert und Jürgen Ulrich, Experte für Wealth Management und Private Banking
Die Telefone klingeln häufiger als sonst. Kunden kommen mit Fragen zu Gold, zu Schließfächern, zur Sicherheit ihrer Werte. Die Volksbank Dresden-Bautzen verzeichnet eine stark steigende Nachfrage. Trotz politischer Turbulenzen und wirtschaftlicher Unsicherheit wuchs die Bank 2025 um 170 Millionen Euro in der Bilanz, das Kundenvolumen kletterte auf 5,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig explodierten die Edelmetallpreise: Gold um 70 Prozent, Silber um über 100 Prozent. Was bedeutet das für die Menschen in der Region, die sich Gedanken über ihre Geldanlagestrategie machen? Das Top Magazin Dresden sprach mit Vorstand Remo Teichert und Jürgen Ulrich, Experte für Wealth Management und Private Banking, über Vertrauen, Werte und die Frage, wie man beides schützt.
Top: Herr Teichert, wie blicken Sie auf 2025 zurück?
Remo Teichert: 2025 war ein Jahr mit besonderen Herausforderungen, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Interessanterweise war die Stimmung dabei oft pessimistischer als die tatsächlichen Rahmendaten es gerechtfertigt hätten. Viele Menschen waren vorsichtiger bei ihren Ausgaben. Umso erfreulicher ist es, dass wir als Bank stark gewachsen sind. Das zeigt: Gerade in unsicheren Zeiten genießen wir das Vertrauen unserer Kunden. Ein entscheidender Faktor ist die tiefe regionale Verwurzelung. „Wir sind hier zu Hause“ wird bei uns gelebt, denn die Wünsche der Kunden stehen konsequent im Mittelpunkt.
Top: Herr Ulrich, warum entscheiden sich gerade jetzt so viele für Edelmetalle?
Jürgen Ulrich: Verunsicherung und Vorsorge sind die zwei Haupttreiber. Weltweit sind nur zwei Prozent des Depotvolumens in Gold investiert. Wir empfehlen seit 20 Jahren fünf bis zehn Prozent Edelmetalle als Beimischung. Es ist wie eine Feuerversicherung: Man hat sie, hofft aber, sie nie zu brauchen. Viele Kunden, die bereits Gold besitzen, kaufen jetzt nach und stellen ihre Portfolios breiter auf. Idealerweise ist Gold wie ein Familienschatz, den jede Generation an die nächste weitergibt – als solide Basis für schwierige Zeiten.
Top: Was treibt die Preise so stark nach oben?
Jürgen Ulrich: Die größten Käufer sind Zentralbanken. China hat seine Dollar-Reserven von 1,6 Billionen auf 800 Milliarden reduziert und investiert massiv in Edelmetalle. Gold ist seit 6.000 Jahren ein Wertaufbewahrungsmittel und hat schon immer einen hohen ideellen Wert. Währungen kommen und gehen, Gold bleibt.
Remo Teichert: Bei Silber kommt die enorme industrielle Nachfrage dazu, wie durch Batterien, Solartechnik und Elektrotechnik. Die Förderung deckt das nicht ab. Das treibt die Preise zusätzlich.
Top: Warum sollte man Edelmetalle nicht einfach zu Hause lagern?
Remo Teichert: Wohnungseinbrüche in Dresden sind im letzten Jahr um 55 Prozent gestiegen. Professionelle Einbrecher nutzen heute Metalldetektoren. Das Risiko zu Hause ist deutlich höher als im Schließfach. Außerdem haben viele das Lagerproblem unterschätzt – besonders bei Silber. Ein Kilo Gold ist handlicher als ein Kilo Silber. Bei größeren Mengen wird das schnell unpraktisch.

Top: Wer mietet bei Ihnen ein Schließfach?
Remo Teichert: Wir sind flächendeckend in Ostsachsen vertreten, mit Selbstservice-Systemen und Anlagen mit Öffnungszeiten. Unsere Schließfächer werden von der Privatperson bis zum Unternehmer genutzt. Früher ging es vor allem um wichtige Dokumente wie Versicherungspolicen. Heute dominieren Edelmetalle und Schmuck. Durch die Wertexplosion beim Gold ist Sicherheit noch wichtiger geworden. Unsere Schließfächer sind deswegen mit einem komplexen Sicherheitsmechanismus ausgestattet.
Top: Was gehört nicht ins Schließfach?
Jürgen Ulrich: Verderbliche Lebensmittel natürlich nicht. Und Kunstwerke sind schwierig, denn die brauchen kontrollierte Luftfeuchtigkeit, wofür wir nicht garantieren können. Für Kunst gibt es spezialisierte Anbieter. Aber alles, was sicher verwahrt werden soll und nicht anfällig für Feuchtigkeit ist, passt ins Schließfach.
Top: Viele wissen nicht, dass Schließfachinhalte nicht automatisch versichert sind. Stimmt das?
Jürgen Ulrich: Wir stellen das Schließfach und sorgen für Sicherheit – aber für den Inhalt ist der Kunde selbst verantwortlich. Wir bieten über unseren Partner R+V Versicherungen bis zu einer Million Euro an. Die Versicherung deckt Feuer, Einbruch, Diebstahl, Zerstörung, Elementarschäden und sogar Schlüsselverlust ab.
Top: Wie hoch sollte die Absicherung sein?
Jürgen Ulrich: Das muss jeder selbst entscheiden, denn nur er weiß, was drinliegt. Wichtig: Werte regelmäßig überprüfen. Wer vor 20 Jahren Gold gekauft hat, sollte die Versicherungssumme anpassen, da die Werte explodiert sind. Ich hatte einen Kunden mit siebenstelligem Inhalt, der aus Sparsamkeit keine Versicherung wollte. Als ich ihm klarmachte, was er bei einem Einbruch verlieren würde, weil er an 2000 Euro gespart hat, hat er sofort abgeschlossen. Wichtig für Sie: Ganz gleich, ob Gold, Silber oder sichere Aufbewahrung – wir helfen Ihnen gern weiter, damit Ihre Werte gut geschützt sind. Wichtig für Sie: Ganz gleich, ob Gold, Silber oder sichere Aufbewahrung – wir helfen Ihnen gern weiter, damit Ihre Werte gut geschützt sind.

Volksbank Dresden-Bautzen eG
Hauptstelle Dresden, Georgenstraße 6, 01097 Dresden
www.vbddbz.de
Interview: Katrin Schindler


