Gestaltung im Wandel

Seit 1963 ist das Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz beheimatet. / Foto: © Michael R. Hennig (DML-BY)
150 Jahre Kunstgewerbemuseum Dresden als Impulsgeber für Innovation, Dialog und gesellschaftliche Verantwortung

Als das Kunstgewerbemuseum 1876 gegründet wurde, stand eine kühne Vision im Raum: Durch das Sammeln und Prä­sentieren herausragender Werke sollte die Qualität sächsischer Produkte gesteigert und der Ge­schmack einer ganzen Ge­sell­schaft geprägt werden. Gestal­tung wurde zum Instru­ment wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung. Schon da­mals war klar: Die Verbindung von Kunst und Handwerk kann weitreichende Impulse für die Ent­wick­lung einer Region setzen.

Seit 1963 ist das Museum im eindrucksvollen Berg- und Was­ser­palais von Schloss Pillnitz beheimatet. Aufgrund der be­vorstehenden baulichen Ertüchtigung ist das Haus derzeit für den regulären Besuch geschlossen. Dennoch sind Kultur­interessierte herzlich eingeladen: An allen Sonntagen bis zum 01. November 2026 finden um 14 Uhr Führungen durch das Bergpalais in Pillnitz statt.

Foto: Antoine Bonin (DML-BY)

Das 150. Jubiläum wird mit vielfältigen Veran­stal­tungen, Konzerten und Führungen gefeiert, die das Haus trotz baulicher Schließung für Besucher erlebbar machen. Im Fokus stehen dabei nicht nur historische Schätze, sondern auch aktuelle Fragestellungen rund um Design, Nachhaltigkeit und ge­sellschaftliche Verantwortung. So wird das Museum zum Forum für Austausch und Inspiration. Besonders die enge Zu­sammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur unterstreicht die Bedeutung des Hauses als Netzwerk und Ideenschmiede.

Die Sonderausgabe der Dresdener Kunst­blätter „150 Jahre Kunstgewerbemuseum“ beleuchtet zudem die dynamische Ent­wicklung des Museums und lädt ein, die wechselvolle Geschichte und die aktuellen Heraus­forderungen neu zu entdecken.

Auch die Koope­ratio­nen mit anderen Museen, wie etwa die Ausstellung zu Kunst­stoff­möbeln, zeigen die Offenheit für neue Perspektiven und Diskurse.

Blick in die Ausstellung des Kunstgewerbemuseums, des Vitra Design Museums und der Wüstenrot Stiftung »Deutsches Design 1949 – 1989. Zwei Länder, eine Geschichte«, 2021 / © Vitra Design Museum, Foto: Ludger Paffrath

Mit Blick nach vorn versteht sich das Kunst­ge­wer­be­­museum der Staatlichen Kunstsamm­lungen Dres­den als Labor für neue Ideen: Projekte wie der Design Campus oder die Erforschung künstlicher In­telligenz bei historischen Rekonstruktionen zeigen, wie Gestal­tung Ant­worten auf drängende Fragen un­serer Zeit geben kann. Themen wie nachhaltige Pro­duktion, Material­innovationen und soziale Verant­wortung rücken dabei in den Mittelpunkt – und ma­chen das Museum zu einem Impulsgeber für die Ge­sellschaft von morgen.

So bleibt das Kunstgewerbemuseum ein Ort, an dem Vergan­gen­heit, Gegenwart und Zukunft in einen in­spi­rierenden Dialog treten. „Das Jubiläum bie­tet nicht nur Ge­legenheit, auf 150 Jahre Museums­geschichte zu­rück­zublicken. Es eröffnet zugleich die Mög­lich­keit, die Rolle des Kunstgewerbemuseums als Ort der ästhetischen Bildung, des Aus­tauschs und der Auseinander­setzung mit Gestaltung neu zu befragen“, betont Direktor Thomas A. Geisler.

Redaktion: Jörg Fehlisch

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