Theater im Aufbruch

„Love, Death & Shadows” / Foto: © Sebastian Hoppe
Mit drei Premieren beweist das Staatsschauspiel Dresden einmal mehr den Mut, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen.

Im Herbst 2026 erwartet das Publikum am Staatsschauspiel Dresden eine außergewöhnliche Bandbreite an Premieren, die von klassischer Poesie über experimentelles Theater bis hin zu opulentem Bühnenspektakel reicht. Drei Produktionen stechen dabei besonders hervor und versprechen, die Vielfalt und Innovationskraft des Hauses eindrucksvoll zu unterstreichen.

„Love, Death & Shadows” in der Regie von Christian Friedel am Staatsschauspiel Dresden / Foto: © Sebastian Hoppe
Zwischen Tradition & Innovation: „Love, Death & Shadows“

Mit „Love, Death & Shadows“ widmet sich Regisseur Christian Friedel den Sonetten William Shakespeares und bringt sie in einer genreübergreifenden Inszenierung auf die Bühne. Die berühmten Gedichte, einst von den Romantikern aus dem Schat­ten geholt, entfalten in Dresden eine neue sinnliche Kraft. Friedel, der als Schauspieler, Musiker und Regisseur gleichermaßen brilliert, vereint das Ensemble des Staats­schau­spiels mit den Musikern von Woods of Birnam und Tän­zer*innen des Semperoper Balletts. So entsteht ein faszinierendes Wechsel­spiel aus Sprache, Musik und Bewegung, das die zeitlosen The­men Begehren, Vergänglichkeit und gesellschaftlichen Wandel eindrucksvoll beleuchtet. Vierzig Jahre nach Wolfgang Engels legendärer Inszenierung werden Shake­spea­res Sonette so erneut zum Spiegel unserer Zeit – voller Lei­denschaft, Rätsel und künstlerischer Energie.
nächste Termine: Fr. 02.10., So. 11.10., Mo. 16.11., Fr. 18.12.2026
im Schauspielhaus, Theaterstraße 2, 01067 Dresden

„Neuer Versuch” (Regie: Clément und Guillaume Papachristou) am Staatsschauspiel Dresden / Foto: © Sebastian Hoppe
Begegnung und Inklusion: „Neuer Versuch“

Mit der Uraufführung von „Neuer Versuch“ setzen die französischen Zwillingsbrüder Clément und Guillaume Papachristou ein starkes Zeichen für Vielfalt und Begegnung auf der Bühne. Ihre Inszenierung ist ein mutiges Experiment, in dem En­semble­mitglieder des Staatsschauspiels und Gast­künst­ler*in­nen mit Behinderung gemeinsam performen. Im Zen­trum steht der Dialog über Körper, Lebenswege und das An­derssein – mal sprachlich, mal tänzerisch, mal ganz unmittelbar. Die Bühne wird so zum Möglichkeitsraum, in dem Grenzen verschwimmen und neue Perspektiven entstehen. Die Papa­chris­tous, selbst geprägt von unterschiedlichen Lebens­reali­täten, laden das Publikum ein, sich auf eine berührende und inspirierende Reise einzulassen, bei der das Theater zur Kunst der Kon­taktaufnahme wird.
Uraufführung am Sa. 26.09 / weitere Termine: So. 04.10., Fr. 16.10.2026
Kleines Haus 1, Glacisstraße 28, 01099 Dresden

„Amadeus” (Regie: Daniela Löffner) am Staatsschauspiel Dresden / Foto: © Sebastian Hoppe
Genialität und Rivalität: „Amadeus“

Mit Peter Shaffers „Amadeus“ kehrt ein moderner Klassiker auf die Dresdner Bühne zurück. Unter der Regie von Daniela Löffner entfaltet sich das packende Psychodrama um Genie und Eifersucht im Wien des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht der erbitterte Wettstreit zwischen dem etablierten Hofkompositeur Antonio Salieri und dem ungestümen Wun­der­kind Wolfgang Amadeus Mozart. Löffner, bekannt für ihre feinsinnigen und vielschichtigen Inszenierungen, lotet die Ab­gründe menschlicher Ambitionen und die zerstörerische Kraft des Neids aus. Die opulente Ausstattung und die dichte At­mosphäre machen „Amadeus“ zu einem sinnlichen Theater­erlebnis, das die existenziellen Fragen nach Talent, Aner­kennung und Scheitern eindrucksvoll verhandelt.
Premiere am Sa., 17.10. / weitere Termine: Mo. 26.10., Sa. 07.11.2026
Schauspielhaus, Theaterstraße 2, 01067 Dresden

Informationen, Spielplan und Tickets:
www.staatsschauspiel-dresden.de

Redaktion: Jörg Fehlisch

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