Gestaltung im Wandel

150 Jahre Kunstgewerbemuseum Dresden als Impulsgeber für Innovation, Dialog und gesellschaftliche Verantwortung
Als das Kunstgewerbemuseum 1876 gegründet wurde, stand eine kühne Vision im Raum: Durch das Sammeln und Präsentieren herausragender Werke sollte die Qualität sächsischer Produkte gesteigert und der Geschmack einer ganzen Gesellschaft geprägt werden. Gestaltung wurde zum Instrument wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung. Schon damals war klar: Die Verbindung von Kunst und Handwerk kann weitreichende Impulse für die Entwicklung einer Region setzen.
Seit 1963 ist das Museum im eindrucksvollen Berg- und Wasserpalais von Schloss Pillnitz beheimatet. Aufgrund der bevorstehenden baulichen Ertüchtigung ist das Haus derzeit für den regulären Besuch geschlossen. Dennoch sind Kulturinteressierte herzlich eingeladen: An allen Sonntagen bis zum 01. November 2026 finden um 14 Uhr Führungen durch das Bergpalais in Pillnitz statt.

Das 150. Jubiläum wird mit vielfältigen Veranstaltungen, Konzerten und Führungen gefeiert, die das Haus trotz baulicher Schließung für Besucher erlebbar machen. Im Fokus stehen dabei nicht nur historische Schätze, sondern auch aktuelle Fragestellungen rund um Design, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. So wird das Museum zum Forum für Austausch und Inspiration. Besonders die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur unterstreicht die Bedeutung des Hauses als Netzwerk und Ideenschmiede.
Die Sonderausgabe der Dresdener Kunstblätter „150 Jahre Kunstgewerbemuseum“ beleuchtet zudem die dynamische Entwicklung des Museums und lädt ein, die wechselvolle Geschichte und die aktuellen Herausforderungen neu zu entdecken.
Auch die Kooperationen mit anderen Museen, wie etwa die Ausstellung zu Kunststoffmöbeln, zeigen die Offenheit für neue Perspektiven und Diskurse.

Mit Blick nach vorn versteht sich das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Labor für neue Ideen: Projekte wie der Design Campus oder die Erforschung künstlicher Intelligenz bei historischen Rekonstruktionen zeigen, wie Gestaltung Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit geben kann. Themen wie nachhaltige Produktion, Materialinnovationen und soziale Verantwortung rücken dabei in den Mittelpunkt – und machen das Museum zu einem Impulsgeber für die Gesellschaft von morgen.
So bleibt das Kunstgewerbemuseum ein Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einen inspirierenden Dialog treten. „Das Jubiläum bietet nicht nur Gelegenheit, auf 150 Jahre Museumsgeschichte zurückzublicken. Es eröffnet zugleich die Möglichkeit, die Rolle des Kunstgewerbemuseums als Ort der ästhetischen Bildung, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit Gestaltung neu zu befragen“, betont Direktor Thomas A. Geisler.
Redaktion: Jörg Fehlisch

